Saphira (Gm 7815-1)

Entstehung: Die Sorte Saphira stammt aus einer Kreuzung zwischen Arnsburger und Seyve Villard1-72, die 1978 in Geisenheim durchgeführt wurde. Während Seyve Villard 1-72 einen sehr komplexen Stammbaum hat und für seine ausgezeichnete Pilzfestigkeit bekannt ist, stellt Arnsburger eine Kreuzung zwischen Riesling Klon 88 Gm und Riesling Klon 64 Gm dar, die sich durch sehr lockere Trauben mit ausgesprochen festen Stielen auszeichnet. Saphira kombiniert die positiven Eigenschaften der Elternsorten in idealer Weise.

Bisherige Erfahrungen: Die Sorte besticht durch lange, lockere Trauben mit festem Stiel, sehr geradem, senkrechten Triebwachstum und geringer Geiztriebbildung. Die Blätter der Sorte stehen fast waagerecht, was zu einer offenen, luftdurchlässigen Laubwand führt. Die Pilztoleranz von Saphira ist sehr hoch. In den ungespritzten Versuchsfeldern des Fachgebiets wurde sowohl bei Oidium als auch bei Peronospora kein oder höchstens geringer Pilzbefall festgestellt. Einen Peronosporabefall grenzt die Sorte durch eine schnelle Hypersensibilitätsreaktion bereits in einem sehr frühen Stadium ab, was ihr hohe Widerstandsfähigkeit gegen diesen Erreger verleiht. Auch die weiteren Leistungsmerkmale der Sorte sind sehr positiv. Im Mittel der Jahre 1986-97 brachte die Sorte ein Mostgewicht von 98°Oe, bei 11,8 g/l Säure und einem Ertrag von 118kg/Ar. Wegen der festen Traubenstiele wurden nie Bodentrauben festgestellt. Der Wein der Sorte ist als neutral bis leicht fruchtig einzuordnen und ähnelt einem betont fruchtigen, frischen Weißburgunder. Trotz der analytisch hohen Säure wirkt der Wein der Sorte auf Grund des ebenfalls erhöhten pH-Werts nicht sauer, sondern immer abgerundet. Zu diesem harmonischen Geschmackseindruck trägt auch der bei Weinen dieser Sorte regelmäßig festgestellte vergleichsweise hohe zuckerfreie Extrakt bei. Allerdings sollte die Sorte erst ab 90 °Oe geerntet werden, um ihre Vorzüge in vollem Umfang nutzen zu können. Auf Grund des geringen Alters der Sorte sind die Erfahrungen mit Saphira noch gering. Trotzdem darf angenommen werden, dass die Sorte, wegen ihrer hohe Pilztoleranz, gepaart mit hoher Weinqualität und guten weinbaulichen Eigenschaften auf viel Interesse stoßen dürfte.

Tabelle: Erntedaten der Sorte Saphira in den Zuchtquartieren des Fachgebiets in Geisenheim. Standraum: 1,6 x 1,3 m. Anschnitt: 5-6 Augen/m².

Beobachtunszeitraum: 1990 bis 1999
Erntedatum: 18. Oktober Ertrag: 131 kg/ar
Mostgewicht: 98 °Oe Botrytis: 26 %
Mostsäure: 11,6 g/L Stiellähme: 4 %
Most-pH: 3,17 Erdtrauben: 0 %

ã Fachgebiet Rebenzüchtung und Rebenveredlung Forschungsanstalt Geisenheim - Mai 2000