Rondo (Gm 6494-5)

Rondo2.jpg (19406 Byte)Entstehung: Die Sorte Rondo stammt aus einer Kreuzung zwischen Zarya Severa und St. Laurent, die 1964 von Prof. Kraus in der damaligen Tschechoslowakei durchgeführt wurde. Da er nicht über genügend Fläche in seiner Zuchtstation verfügte, bot er Prof. Helmut Becker in Geisenheim einige der Rebkerne an. Prof. Becker erkannte sehr bald die Bedeutung dieses Zuchtmaterials. Die Sorte Zarya Severa ist ein Abkömmling der asiatischen Rebart Vitis amurensis. Wegen ihrer hohen Plasmopara- und Winterfrostresistenz gehört diese Rebart bei Züchtern Osteuropas seit langem zu den wichtigsten Komponenten ihrer Zuchtprogramme. Diese Abstammung ist bei Rondo deutlich feststellbar.

Bisherige Erfahrungen: Die Sorte zeichnet sich durch recht frühe Reife, mittlere Erträge bei mittleren Mostsäuregehalten und sehr guter Farb-stoffproduktion aus. Die Farbe des Weins ist rubinrot ohne blaue Nuancen, weshalb sie auch bedenkenlos zu Verschnitten benutzt werden kann. Die Weine der Sorte liegen ge- schmacklich eher beim Blauen Spätburgunder als beim Portugieser, wobei sie sich vom Spätburgunder durch mehr Fülle, Weichheit und Stoffigkeit unterscheiden. Die Lageansprüche von Rondo sind wegen der frühen Reife nicht hoch, jedoch müssen auf Grund des frühen Austriebs Spätfrostlagen unbedingt vermieden werden. Wegen des eher hängenden Triebwachstums verlangt die Sorte etwas mehr Laubarbeit oder ein Erziehungssystem, das diese Eigenart entsprechend berücksichtigt, wie z.B. ein hoher Kordon oder Geneva Double Curtain. Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß die Sorte Rondo trotz ihrer geringen Oidiumwiderstandsfähigkeit, aber wegen ihrer hohen Peronosporafestigkeit und hohen Wein-qualität eine durchaus interessante Sorte darstellten könnte.

Tabelle: Erntedaten der Sorte Rondo in den Zuchtquartieren des Fachgebiets in Geisenheim. Standraum: 1,75 x 1,5 m. Anschnitt: 5-6 Augen/m².

Beobachtunszeitraum: 1981 bis 1999
Erntedatum: 25. September Ertrag: 135 kg/ar
Mostgewicht: 84 °Oe Botrytis: 19 %
Mostsäure: 10,3 g/L Stiellähme: 2 %
Most-pH: 3,21 Erdtrauben: 0 %

ã Fachgebiet Rebenzüchtung und Rebenveredlung Forschungsanstalt Geisenheim